Würdenträger auf Visite in der LandwirtschaftKatholischer Bischof Gerhard Feige besucht AgrargenossenschaftVON FRANK RUPRECHT  HEDERSLEBEN/MZ. Hoher und außergewöhnlicher Besuch am Freitag in der Agrargenossenschaft Hedersleben: Der Magdeburger Bischof Dr. Gerhard Feige stattete dem "Mehrfamilienbetrieb" einen Besuch ab, um sich in Gesprächen "auch jenseits der Kirchenmauer noch etwas öffentlicher und bekannter zu machen." Alle fünf Jahre sind solche Dekanatsbereisungen vorgesehen, und diesmal war auch der Gemeindeverbund Quedlinburg mit auf der Visitationsliste. Dabei werden neben Kontakten zur evangelischen Kirche auch die zu sozialen Einrichtungen gepflegt oder Gottesdienste abgehalten. "Ich will mich über das Leben vor Ort besser informieren und das Leben der Gemeinden kennen lernen", so der katholische Bischof, der sein Amt in der Landeshauptstadt seit April 2005 bekleidet. Und seine Neugier, möglichst viel über die Agrargenossenschaft Hedersleben erfahren zu können, war groß.
"Ich fühle mich geehrt, solch hohen Besuch empfangen zu können", bedankte sich Vorstandsvorsitzender Lutz Trautmann. Im Gespräch stellten dann auch beide fest, dass sie etwas gemeinsam haben - die Landwirtschaft. Denn Feige (57), der nach dem Abitur Latein lernte, hatte bei Oppin (Halle) den Beruf des Schweinezüchters mit Traktorausbildung gelernt, bevor er Theologie studierte. So war es für Trautmann leicht, einen kurzen Überblick über die Geschichte des Betriebes mit einem anschließenden Rundgang zu geben. "Ich habe den Eindruck, dass viel Ideen und Kreativität hier an den Tag gelegt und die vorhandenen Strukturen bestens genutzt werden. Man sieht auch, dass die Vorteile mit jahrzehntelangen Erfahrungen auf der Hand liegen" resümierte Bischof Feige. Die Agrargenossenschaft, die aus der einstigen LPG hervorging und über das ganze Jahr arbeitet, wurde 1993 offiziell gegründet. Ein sechsköpfiger Vorstand leitet die Geschicke des 62 Mitarbeiter, inklusive zweier Lehrlinge, großen Unternehmens mit 4 500 Hektar Ackerfläche, Rinderhaltung und Milcherzeugung. Zur Pflanzenproduktion gehören der Anbau von Getreide, Raps, Kartoffeln und Gewürzpflanzen, wie Oregano, Thymian, Majoran oder Johanniskraut, die direkt vor Ort zu wohlriechenden ätherischen Ölen verarbeitet werden.
Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, Quedlinburger Harzbote vom 28.11.2008 ( Onlineversionslink) 
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