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07 | 09 | 2010
Audienz für eine Königsschar
Donnerstag, den 05. Januar 2006 um 00:00 Uhr
Audienz für eine Königsschar

Quedlinburger Bürgermeister empfing die Sternsinger der Mathildis-Gemeinde

von Stephan Neef

Quedlinburg/MZ. Einmal im Jahr empfängt Quedlinburgs Bürgermeister Eberhard Brecht gekrönte Häupter. Dann aber gleich drei auf einen Streich: Kaspar, Melchior und Balthasar. Die Audienz, in der die heiligen Edelmänner das Rathaus samt Belegschaft segnen, ist zu einer Tradition geworden. Trotzdem staunte diesmal mancher Augenzeuge: Denn die 16-köpfige Delegation trug nicht nur einen Stern vor sich her, sondern gleich drei - selbst die Zahl der Heiligen Könige hatte sich verdreifacht.

Foto: Quedlinburger Sternsinger beim Bürgermeister BrechtKein Wunder: Auch die Sternsinger der Quedlinburger St. Mathildis-Gemeinde haben für ihre Mission nicht viel Zeit. Bis zum 7. Januar ziehen sie noch durch die Kreisstadt und sammeln für Not leidende Kinder im fernen Peru, nicht ohne zuvor die Spender(häuser) gesegnet zu haben. Da ist es ratsam, das königliche Personal etwas aufzustocken. Im Rathaus trafen sich nun drei Sternsinger-Crews. Und sangen gemeinsam jene Lieder, "die Licht sein wollen für die Welt". Ein solches Licht könne aber auch jeder Mensch sein, der "gibt, was er entbehren kann", hieß es in einer Liedzeile. Wie viel sei nicht entscheidend, räumte Brecht ein. Wichtig sei die Bereitschaft, helfen zu wollen, der Gedanke der Solidarität. "Kinder schaffen was" ist in diesem Jahr das Leitwort des Dreikönigssingens, das als weltweit größte Solidaritätsaktion gilt, bei der sich Kinder für bedürftige Altersgefährten engagieren. "Los ninos lo pueden lograr" heißt das in Peru, in einem Land, "in dem viele Kinder etwas anschaffen müssen", um mit ihren Familien (über-)leben zu können, betonte Brecht. "Wir müssen uns Kinder anschaffen", vollendete er das "Wortspiel, das mir gefällt", wie er hinzufügte. Zuvor hatte schon Christoph Tretschok, Pfarrer der katholischen Mathildis-Gemeinde, gefordert, "über den Tellerrand hinauszuschauen" und nicht nur an den eigenen Wohlstand zu denken. Nachdem es in der königlichen Kollekte hörbar geklimpert und bei Brechts Spende auch geraschelt hat, verabschiedeten sich die Sternsinger auf englisch: "Walk in the light, walk in the light of the Lord".

 


 

Quelle: MItteldeutsche Zeitung, Quedlinburger Harzbote vom 5.1.2006

 

 
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