Wurzel für den Glauben und für die GemeindeVor 50 Jahren ist die Kirche neu geweiht worden, ein Fest zum JubiläumVON ANDREAS BÜRKNER, 27.04.09, 20:09h, aktualisiert 27.04.09, 20:30h 
QUEDLINBURG/MZ. "Ein Baum wächst und gedeiht nur, weil er Wurzeln hat." Mit dieser alten Weisheit verglich Ordinariatsrat Ulrich Lieb aus Magdeburg in seiner Festpredigt das Leben einer Gemeinde. "Auch diese braucht Wurzeln", verwies er auf das Wort des Herrn in der Bibel und die Geschichte der Christenheit.
Wiederbeginn zu OsternDie Wipertikirche, in der nur im Sommerhalbjahr die katholische St.-Mathilden-Gemeinde ihre Gottesdienste feiert, habe dabei eine wechselvolle Vergangenheit hinter sich und "ist beredtes Beispiel für die Wurzeln des Glaubens." Die erste Heilige Messe in diesem Jahr war auch deshalb eine ganz besondere, weil der romanische Sakralbau erst seit 50 Jahren wieder für diesen Zweck genutzt werden kann.
Etwa 200 Gemeindemitglieder und Gäste waren der Einladung gefolgt, so dass die Plätze nicht reichten, wohl auch, weil dieser Anlass zudem mit einem Fest gefeiert wurde. "Damals waren wir froh, als dieses Haus wieder als Kirche geweiht wurde", erinnerten sich Gottfried Andrusch und Georg Behrendt an den Wiederbeginn zum Osterfest am 12. April 1959. Zuvor war das Gebäude etwa 140 Jahre als Scheune genutzt worden.
"Heute sind wir froh, dass die Kirche auch weiterhin erhalten wird", ergänzte Andruschs Ehefrau Gisela. Nach dem Krieg hatten sich vor allem die Denkmalpflege, Kirchenvertreter und die Stadt um eine Instandsetzung bemüht, 1954 ein Vertrag zwischen der St.-Mathilden-Gemeinde und dem Rat der Stadt Quedlinburg über die Nutzung abgeschlossen und in den Folgejahren die Kirche saniert. "Wir feiern jedoch nicht uns und unsere Leistungen, sondern zuerst den Gott, der uns das alles ermöglicht", hatte Pfarrer Christoph Tretschok zu Beginn die Bedeutung des Dankgottesdienstes klargestellt und daran erinnert, dass sich "hier schon vor Jahrhunderten Gläubige versammelten."
Der erste Kirchenbau stammte schon aus dem neunten Jahrhundert, später folgten auf dem Königshof Heinrich I. mehrere Umbauten und der Einbau der inzwischen fast 1000 Jahre alten Krypta, die "eigentlich als Begräbnisstätte gedacht war, dafür aber nie genutzt wurde", erklärte Ulrich Lieb die Symbole des Gotteshauses, "während der Taufstein immer wieder Christen den Weg zum Glauben finden ließ."
Anfänge christlichen GlaubensDer Marienaltar weise auf die Anfänge des christlichen Glaubens hin, die erst vor zwei Jahren eingeweihten Fenster als moderne Werke zeigen, "dass der Glaube und die Gemeinde bis heute lebt."
Bevor es ans Feiern im Paradiesgarten ging, dankte der Pfarrer vor allem dem Förderverein unter der Regie von Martin Reis, Iris Arand und Ulrich von Damaros, was zu spontanem Beifall der Gottesdienstbesucher führte. "Sie sind sehr engagiert und besorgen Fördermittel", lobte auch Gisela Andrusch die Leistungen für die Wipertikirche.
Info: Die Wipertkirche ist täglich von 10 bis 12 sowie 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Der Originalartikel wurde dem Online-Angebot der Mitteldeutschen Zeitung entnommen. Übernahme von Artikeln der Mitteldeutschen Zeitung mit freundlicher Genehmigung. Der Originalartikel zum Nachlesen: http://www.mz-web.de/artikel?id=1237373696292 |