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09 | 09 | 2010
Ein Leben unterm Regenbogen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Kathi Knaofmone   
Mittwoch, den 24. Juni 2009 um 17:11 Uhr

Erstkommunion 2009 aus der Sicht eines „Neu“-Katholiken

Wie soll ich bloß mein erstes Kind auf dem Weg zur ersten heiligen Kommunion begleiten?

Nun war es also soweit. Die Erstkommunion unserer Kinder stand kurz bevor. Was war alles zu bedenken? Für mich war die gesamte Angelegenheit völliges Neuland. Zum einen war es mein erstes Kind, welches ich zur Erstkommunion begleiten sollte. Zum anderen bin ich ja selber noch „Neu“-Katholik, so dass ich auf keinerlei familiäre Erfahrung zurückgreifen konnte. Immerhin stamme ich aus einer atheistischen Familie. Also blieb mir nichts anderes übrig, als die „Katholiken von Kindesbeinen an“ um mich herum zu fragen, damit ich dem Fest einen würdigen Rahmen geben konnte.

Wie war das bei euch?

 

Zuerst fragte ich meine Taufpatin Annegret, die immerhin schon zwei Kinder zur Erstkommunion geführt hatte und jetzt beim dritten war. Sie gab mir ein paar Bücher und einige nützlich Tipps zur Feiergestaltung. Auf ihren Rat hin fragte ich also unseren Sohn, wen er einladen wollte und was es zu essen geben sollte sowie unter welchem Symbol die Feier stehen sollte. Das war geklärt. Aber wie ging die Erstkommunion an sich vonstatten und was musste ich beachten. Meine Erstkommunion war mit Taufe und Firmung zusammen gewesen, also konnte ich auch nicht auf meine eigenen Erfahrungen zurückgreifen.

 

Erfahrungsschätze aus anderen katholischen Gebieten

Der erste, den ich auf dieses Thema ansprach, war natürlich mein Mann, der aus Indonesien stammt. Er erklärte mir, dass die Kinder dort von den Eltern zur Erstkommunion sozusagen an den Tisch begleitet würden und dass dort die Mundkommunion bei geschlossenen Augen für die Kinder üblich war. Danach feierten alle Familien gemeinsam mit ihren Verwandten und Bekannten ein großes Gemeindefest, bei dem jede Familie etwas zu essen und zu trinken mitbrachte. So weit so gut. Etwas ähnliches berichtete mir auch meine Freundin Agnieszka, die aus Polen stammt, allerdings wurden die Kinder dort von Eltern und Paten zum Tisch des Herrn geleitet. Danach wurde mehr in der Familie gefeiert.

Was sollte ich nun tun?

In meiner Familie ist keiner katholisch. Der Taufpate hatte mittlerweile abgesagt, da sein Sohn im Krankenhaus war und dort seinen Beistand brauchte. Außerdem konnte ich mir nicht vorstellen, wie wir alle in der Wiperti-Kirche unsere Kinder zum Altar geleiten sollten. Das würde doch ein einziges Gerangel geben. Also fragte ich sicherheitshalber noch mal unseren Pfarrer, der mich gleich beruhigte. Hierzulande gehen die Kinder allein zur Erstkommunion, schließlich ist dies eine Sache zwischen dem Kind und Jesus. Ok, das war geklärt.

Aber wie meiner Familie erklären, was Erstkommunion bedeutet und warum das so besonders gefeiert wird?

Eine schöne Erklärung fand ich in einen Buch mit Stickentwürfen von Ute Menze (acufactum, „Sei gesegnet“). „Das Fest der Erstkommunion ist ein wichtiges Ereignis im Leben katholischer Christen. … Im Mittelpunkt steht die erstmalige Teilnahme der Kinder an der Eucharistiefeier, am heiligen Abendmahl. Und das ist der Grund des Festes: Die liebevolle Einladung Jesu. Er sagte: Komm, du bist eingeladen zu meinem Festmahl. Ich möchte, dass wir Gemeinschaft miteinander haben. …“ Natürlich musste ich schließlich noch mehr erklären, was gar nicht so einfach war gegenüber den skeptischen Blicken der Verwandtschaft, besonders gegenüber jenen, die noch nie einen Gottesdienst besucht hatten.

Was hat das alles mit dem Regenbogen zu tun?

Meine Eltern waren mit in der Kirche, auch wenn sie nicht alles verstanden haben und nicht alles zuordnen konnten. Sie versicherten mir, dass es ein schöner und feierlicher Gottesdienst war. Das Wesen der Erstkommunion haben sie verstanden und das war, denke ich, ein wichtiger Punkt. Was das alles mit dem Regenbogen zu tun hat? Nun, erstens waren wir durch unsere unterschiedlichen Auffassungen bunt gefächert wie ein Regenbogen. Und zweitens, als meine Eltern wieder in Kassel waren, rief mich meine Mutter an und erzählte mir, dass sie auf dem Heimweg einen Regenbogen gesehen haben, der sich von Quedlinburg bis Wernigerode spannte. Es war so, als wenn Gott sagen wollte: Ich bin doch da. Habt ihr mich gesehen?

Dank an alle

In diesem Sinne gilt unser Dank allen, die uns auf diesem Weg begleitet haben und die dem Gottesdienst so einen schönen Rahmen gaben, dass auch die Nichtchristen das Meiste nachvollziehen konnten. Ich denke, dass ich damit allen Eltern und Kindern aus dem Herzen gesprochen habe!

K. Knaofmone

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 24. Juni 2009 um 22:45 Uhr
 
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